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Mister Horntage

Erfolgreicher kann man sein Instrument kaum vertreten: Peter Arnold ist Solohornist der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern. Im Juni präsentiert er erneut die „Schwarzwälder Horntage“ in Staufen.

Mister Horntage



Peter Arnold, Solohornist der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern, ist fraglos einer der erfolgreichsten Tonkünstler der Region Kaiserslautern. Und er hat sich große Verdienste um sein Instrument, das Waldhorn erworben. Daneben hat er sich als Pädagoge, Organisator und Kammermusiker ausgezeichnet. So ist Arnold Mitglied bei renommierten Kammermusik-Formationen wie dem „Mithras-Oktett“ und bei den Südwestdeutschen Rundfunksolisten“ und spielte weiter in namhaften Kammerorchestern – etwa jenem legendären von Francois Paillard, dem Kurpfälzischen Kammerorchester, dem Bachorchester Pforzheim oder dem Kammerorchester de la Chapelle Saint-Marc, Luxembourg.

Als Solist hat er Standardwerke der Hornliteratur aufgeführt und eingespielt mit einer umfangreichen Diskographie. Darüber hinaus hat er zeitgenössische Komponisten zu Hornkonzerten (eigens für ihn geschrieben) angeregt. Ebenso lang wie seine Diskographie ist die Aufzählung pädagogischer Erfolge. Und schließlich hat sich Arnold bei der baulichen Weiterentwicklung von Instrumenten und Mundstücken in Zusammenarbeit mit Instrumentenbauern und Mundstück-Herstellern große Anerkennung erworben. Erfolgreicher kann man sein Instrument kaum repräsentieren und weiter tradieren.

Er trat in die Fußstapfen seines Vaters

Als Sohn eines professionellen Hornisten trat der 1952 in Trier geborene Peter Arnold in die Fußstapfen seines Vaters, studierte bei ihm in Baden-Baden und Heidelberg, anschließend beim berühmten Hermann Baumann an der Musikhochschule Essen. Dort wurde er 1974 Solohornist des Philharmonischen Orchesters. Seit 1976 war er dann in gleicher Position beim Lauterer SWR-Rundfunkorchester tätig und hat dann diese Stelle auch nach der Fusion mit dem Saarländischen Rundfunkorchester in der Deutschen Radio Philharmonie beibehalten.

Nach einem Lehrauftrag an der Städtischen Musikschule Lahr und verschiedenen Schüler-Erfolgen bei Jugend musiziert wurde die Musikhochschule Mannheim auf ihn aufmerksam. Dort wirkt er seit 1981 als Dozent und seit 1999 als Professor erfolgreich. Die Studenten seiner Hornklasse erreichten Stellen bei folgenden Orchestern: Nationaltheater Mannheim, Berliner Philharmoniker, Dortmunder Philharmoniker, Sinfonieorchester des WDR, Staatskapelle Weimar oder National Philharmonic Orchestra Russland.

Dies ist nur eine kleine Auswahl, die die Konkurrenzfähigkeit seiner Klasse belegt. Darüber hinaus gründete Arnold 1998 die Internationalen Glottertäler Horntage. Dieser Mix aus Meisterkursen mit verschiedenen Dozenten und Probespieltraining, Konzerten und Instrumentenausstellung ist in der Musiklandschaft nahezu einzigartig.

Mundstückserie trägt seinen Namen

Inzwischen ist das große „Treffen der Hornfamilie“, wie Arnold gerne sagt, umgezogen nach Staufen. 2010 finden die „Schwarzwälder Horntage“, wie sie inzwischen heißen, vom 3. bis 6. Juni an der BDB-Musikakademie statt. Arnold, quasi der „Mister Horntage“ ist hier Dreh- und Angelpunkt: Er wirkt hier als Organisationsleiter, kümmert sich mit dem Team der Musikakademie um die Finanzierung und erstellt mit seinen Dozenten pädagogische Konzepte für die Teilnehmer.

Sein Hochschul-Ensemble, das „Palatina Horn-Ensemble“ zeigt ihn von einer weiteren, weniger bekannten Seite: Arnold hat für dieses Ensemble mit vier bis zwölf Waldhörnern Stücke geschrieben und weitere Werke für Horn solo und mit Klavierbegleitung sowie Studien und Einspielübungen veröffentlicht. Dies im eigenen Verlag (Edition Fouquet), der auch Werke von Hornkollegen herausbringt. Seine ebenfalls erfolgreiche Karriere als Solist hat er zunächst mit den Standardwerken der Hornliteratur unter Beweis gestellt.

Schließlich hat er dazu beigetragen, dass die Konzertliteratur für sein Instrument erheblich erweitert wurde: Komponisten wie Wolfgang Hofmann, Aldo Raphael Forte oder Klaus Arp haben ihm neue Hornkonzerte gewidmet. Ebenso sind für ihn Kammermusikwerke in Triobesetzung geschrieben worden – etwa von Hardy Schneiders oder Peter Jona Korn sowie ebenfalls von Wolfgang Hofmann. Im Instrumentenbau arbeitet Arnold mit der Mainzer Firma Alexander zusammen. Er hat neue Mundrohrverläufe angeregt und organisiert Hornausstellungen. Im Mundstückbau hat die Werkstatt Klier (Neustadt/Aisch) eine Serie nach Arnolds Sammlungen und Erfahrungen entwickelt und nach ihm benannt.

Wenn Arnold einen Ausgleich sucht, findet er diesen neben sportlicher Betätigung wieder im musikalischen Bereich – allerdings in einem anderen Genre: Arnold schreibt und singt Chansons und hat sogar Produktionen in diesem Bereich gemacht. Er profitiert dabei von seinem Gesangsunterricht und schnupperte sogar ein Jahr lang Bühnenluft als Schauspieler beim Theater Baden-Baden. Fazit: Abwechslungsreicher, vielseitiger und erfüllter ist ein Künstlerleben schwerlich denkbar.

TEXT: REINER HENN
FOTOS: ISABELLE GIRARD DE SOUCANTON


Schwarzwälder Horntage

Vom 3.-6. Juni steht in der BDB-Musikakademie in Staufen das Waldhorn im Mittelpunkt. Neben Meisterklassen, Workshops, Konzerten und einer Ausstellung gibt es mit „horn.4.kids“ auch in diesem Jahr ein Angebot speziell für junge HornistInnen. Künstlerischer Leiter der Horntage ist seit Beginn an Peter Arnold. Er führt ein namhaftes Dozententeam an. Christian Lampert, Hermann Baumann, Erich Penzel, Ralf Springmann oder Wolfgang Wipfler zählen zu den ganz großen Solisten der deutschen Hornszene. Weitere führende Pädagogen ergänzen das Team.

Infos und Anmeldung: www.horntage.com